Reisen mit NMI

Die Welt bereisen – und das trotz Nahrungsmittelintoleranzen? Was gibt es Schöneres als den nächsten Urlaub oder die nächste Reise zu planen? Einfach mal die Seele baumeln lassen, sich vom Alltagsstress erholen und den Urlaub genießen. Doch für eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen gibt es einschränkende Hindernisse: Nahrungsmittelintoleranzen (NMI). Diese werden zumeist durch Abbau- oder Stoffwechselstörungen von Substanzen in verschiedenen Nahrungsmitteln ausgelöst. Sie stellen nicht nur Einschränkungen und Herausforderungen im täglichen Leben dar, sondern können auch die Reiseplanung extrem eingrenzen. Welche speziellen NMI am meisten verbreitet sind und wie Sie diese bei Ihrer Planung des nächsten Urlaubes berücksichtigen können, finden Sie im folgenden Text.

Glutenintoleranz

Bei einer Glutenintolerenz, auch genannt Zöliakie, erleidet der Betroffen durch die Aufnahme glutenhaltiger Produkte eine chronische Entzündung des Dünndarms. Gluten ist ein Klebereiweiß, welches Bestandteil der verschiedensten Getreidearten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel) ist. Somit können alltägliche Lebensmittel wie Brot, Brötchen, Nudeln und Pizza aber auch tägliche Haushaltsmittel wie Zahnpasta oder bestimmte Medikamente vom Betroffenen nicht verwendet werden, solange diese nicht glutenfrei sind. Allerdings gibt es heutzutage Hotels, welche auf bestimmte NMI reagieren und beispielsweise glutenfreie Gerichte anbieten. Ob ein Hotel auf eine solche Ernährungsbesonderheit achtet und sich darauf einstellt, sollte jedoch vor der Buchung durch Hotelbeschreibungen, der Homepage der Unterkunft oder durch Ihr Reisebüro oder Reiseveranstalter abgeklärt sein. Andernfalls empfiehlt es auch sehr eine Unterkunft zu buchen, in welcher Sie sich selbst verpflegen können. So können Sie beispielsweise von Ihnen bevorzugte Nahrungsmittel von zu Hause aus mitnehmen und in einer vorhandenen Küche in der Unterkunft zubereiten. Diese Vorgehensweise bietet in neuer Umgebung zunächst Sicherheit.

Wenn Sie eine kurze Flugreise planen, können Sie ohne Probleme für diese kurze Zeit ohne Essen oder mit selbst gekauften Snacks (wie glutenfreie Müsli-Riegel) auskommen. Ist die Flugstrecke hingegen länger, sollten Sie sich vorher unbedingt rechtzeitig bei der Fluggesellschaft über den Umgang mit NMI und entsprechende Möglichkeiten erkundigen. Solche Informationen finden Sie auf den meisten Homepages der Airlines.



Laktoseintoleranz

Laktoseintolerante Personen können Milchzucker nicht richtig verdauen, weil das Verdauungsenzym Laktase nur in sehr geringen Mengen oder gar nicht produziert wird. Milchzucker ist in vielen Lebensmittel wie beispielsweise in verschiedenen Milchsorten, verschiedenen Käsesorten oder Joghurt enthalten. Betroffene müssen daher ihren Umgang mit Milchzucker vernünftig beherrschen. Heutzutage gibt aber bereits viele laktosefreie Lebensmittel, die auch als solche gekennzeichnet sind. Ziele für weitere Reisen für Betroffene sollten v.a. Asien, Amerika und Kanada sein. Der Grund dafür liegt darin, dass die asiatische Küche selten betroffene Lebensmittel verwendet, weil ein Großteil der dortigen Bevölkerung keine Milchprodukte verträgt. In Amerika und Kanada ist die Auswahl an laktosefreien Lebensmitteln in Supermärkten sehr hoch. Generell sollten eher Großstädte als Reiseziel anvisiert werden, da in solchen die Chance auf Restaurants mit entsprechenden Gerichten deutlich höher ist. Viele Unterkünfte haben sich bereits auf Laktoseintoleranz eingestellt und bieten daher ihren Gästen auch Alternativen für bestimmte laktosehaltige Lebensmittel oder Gerichte an. Auch darüber sollten Sie sich aber bereits vor der Entscheidung für eine Unterkunft bei einem Reiseveranstalter oder auf der Homepage der Unterkunft informieren und Ihre Wünsche vorab anmelden.

Außerdem sollte Sie darauf achten, dass Sie über entsprechendes Vokabular über ihre Laktoseintoleranz verfügen, wenn Sie in ein anderssprachiges Land reisen. Dies ist sehr nützlich, wenn im Supermarkt nach laktosefreien Lebensmitteln oder in einem Restaurant nach laktosefreien Gerichten gesucht wird. Bei Flugreisen sollten Sie sich ebenfalls auf der Homepages der Airlines über die Möglichkeiten von laktosefreiem Essen an Bord informieren.



Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittelallergien stellen Überreaktionen oder Fehlsteuerungen des menschlichen Immunsystems dar, die durch verschiedene Substanzen ausgelöst werden können. Die bekanntesten Auslöser sind verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Fisch, Fleisch, Milcheiweiß, Weizen, Hefe, Soja oder Nüsse. Ist die Nahrungsmittelallergie einer Person bekannt, lässt sich diese durch gutes Fachwissen im Alltag vermeiden. Problematisch hingegen sind Besuche in Restaurants, Urlaub in Hotels mit Verpflegung oder die Benutzung von Fertigprodukten. Um jederzeit Allergene erkennen zu können, hat die Europäische Union eine Verordnung zur Kennzeichnungspflicht der Allergene bei Lebensmitteln festgelegt. Eine Erleichterung für das Reisen mit Nahrungsmittelallergien stellt das Mitführen eines Allergiepasses dar. Außerdem sollten Sie unbedingt über entsprechendes Vokabular über Ihre Allergie in der Sprache Ihres Reiseziels verfügen. Bei langen Flugreisen sollte der Fluggesellschaft rechtzeitig Ihre Allergie mitgeteilt werden, um Anpassungen vornehmen zu können.

Des Weiteren ist sehr empfehlenswert, dass Sie in jedem Fall alle erforderlichen Medikamente immer bei sich tragen. Außerdem sollten Ihre Mitreisenden immer über Ihre Allergien und mögliche allergische Reaktionen aufgeklärt sein.



Nussallergie

Bei Nussallergien unterscheidet man in sog. „echte“ Nussallergien, allergische Reaktionen auf Nüsse, und in Kreuzallergien auf Nüsse bei Pollenallergikern. Zunehmend gibt es immer mehr Hotels oder Unterkünfte, die die Ernährungsbesonderheit einer Nussallergie thematisieren und daher nussfreie Gerichte für die Gäste anbieten. Darüber sollten Sie sich jedoch vor der Buchung ausreichend informieren. Empfehlenswert ist es v.a. für die Anreise Reiseproviant mitzunehmen und sich daher entspannt in der neuen Umgebung im Reiseziel orientieren zu können. Betroffene mit extrem ausgeprägter Symptomatik sollten auf Reisen immer ihre eigene Notfallapotheke dabei haben, um sich nicht unnötigen Risiken auszusetzen. Weiterhin sollten diese Personen eher eine Unterkunft mit eigener Küche und Selbstverpflegung zur Vermeidung lebensbedrohlicher Situationen bevorzugen. Außerdem sollten Sie unbedingt über entsprechendes Vokabular über Ihre Allergie in der Sprache Ihres Reiseziels verfügen.



Sojaallergie

Auslöser einer Sojaallergie kann das Sojaprotein aber auch das Sojaecithin darstellen. Mediziner unterscheiden in Deutschland in eine primäre Sojaallergie, eine sekundäre pollenassoziierte Sojaallergie und eine Inhaltionsallergie. Mittlerweile gibt es einige Hotels oder Unterkünfte, die auf Sojaallergie vorbereitet sind und daher sojafreie Gerichte zumindest auf Nachfrage anbieten. Informationen sollten über Homepages der Unterkünfte oder über Reisebüros oder Reiseveranstalter verfügbar sein. Weiterhin empfiehlt sich auch eine Unterkunft mit Selbstversorgung, wo Sie Lebensmittel von zu Hause mitnehmen können. Bei langen Flugstrecken sollten Sie sich vorab rechtzeitig bei den Fluggesellschaften erkundigen, ob die Möglichkeit sojafreie Gericht während des Fluges zu erhalten, besteht. Betroffene mit extrem ausgeprägter Symptomatik sollten auf Reisen immer ihre eigene Notfallapotheke dabei haben, um sich nicht unnötigen Risiken auszusetzen.



Vegane Ernährung

Wer sich vegan ernährt, verzichtet nicht nur auf Fleisch oder Fisch, sondern auf weitere oder alle tierischen Produkte. Dazu zählen v.a. Milchprodukte, Eier, Honig oder Gelantine. Dadurch wird die Auswahl der Lebensmittel um ein hohes Maß eingeschränkt. Allerdings lassen sich auch Unterkünfte finden, welche sie auch auf vegane Ernährung eingestellt haben. Sie sollten sich jedoch vor Anreise genau erkundigen, wie umfangreich die zur Auswahl stehenden Unterkünfte das Angebot an veganen Mahlzeiten ausgestalten. Einige Anbieter sind bereits sehr flexibel und stellen sich gern auf Kundenwünsche ein. Möchten Sie darauf nicht vertrauen oder sich nicht nur auf wenige vegane Alternativen beschränken, sollten Sie die Alternative einer Unterkunft mit Selbstverpflegung in Betracht ziehen. Ist eine lange Flugreise geplant, sollten Sie vorher bei der Airline ihre vegane Ernährung anmelden und sich informieren, welche Möglichkeiten sich bieten. Empfehlenswerte Reiseziele für vegan lebende Personen ist der asiatische Raum, weil viele Asiaten keine Milchprodukte vertragen und oft vegetarisch leben. Außerdem sollten Sie über das entsprechende Vokabular verfügen, um vor Ort wichtige Fragen zu den Nahrungsmitteln klären zu können.



Vegetarische Ernährung

Die vegetarische Ernährungs- und Lebensweise, bei welcher die Personen auf Nahrungsmittel, die von getöteten Tieren stammen, verzichten, hat sich in den letzten Jahren etabliert. Die heutige Reisekultur hat sich ebenfalls seit einiger Zeit auf Vegetarier eingestellt. So gibt es viele Hotels oder auch andere Unterkünfte, die vegetarische Gerichte anbieten. Wer nicht darauf vertrauen möchte, kann v.a. auf Unterkünfte wie Ferienwohnungen oder Fincas zurückgreifen, um sich selber verpflegen zu können. Bevor Sie sich für einen bestimmten Ort entscheiden, sollten Sie sich über die Möglichkeiten zur vegetarischen Ernährung (beispielsweise: Restaurants, Ausgeh-Tipps) in dem bestimmten Ort informieren. Um diese Informationssuche zu erleichtern, hat der Vegetarierbund Deutschland eine kostenlose App iPhones und Android-Geräte erstellt. Bei langen Flugstrecken sollten Sie sich vorher bei der entsprechenden Airline über die Möglichkeit einer vegetarischen Mahlzeit erkundigen.